25. Mai 2008
Immer hin und wider
Strebt der Blütenzweig im Winde,
immer auf und nieder
Strebt mein Herz gleich einem Kinde
Zwischen hellen, dunklen Tagen,
Zwischen Wollen und Entsagen.
Bis die Blüten sind verweht
Und der Zweig in Früchten steht,
Bis das Herz, der Kindheit satt,
Seine Ruhe hat
Und bekennt: voll Lust und nicht vergebens
War das unruhvolle Spiel des Lebens.
aus „Die schönsten Gedichte von Hermann Hesse“ (Diogenes, 1996)
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Verfasst von Wundertüte
20. Mai 2008
Ich öffne die Tür zu Gebäude 21 und muss sie für eine alte Dame im Rollstuhl aufhalten. Sie rollt dankbar nickend vorbei ins Freie, postiert sich neben dem Aschenbecher und zieht ihren Mundschutz unters Kinn, um sich mit zitternden Händen eine Zigarette anzuzünden. Kopfschüttelnd mache ich mich auf den Weg zur Station.
Als ich das Wartezimmer betrete, senke ich den Altersdurchschnitt um mindestens fünfzig Prozent und weiß nicht, was mir lieber wäre: Die Blicke aller an mich zu binden, um somit das bisher geführte Gespräch dauerhaft zu unterbrechen, oder wieder unbeobachtet zu sein und im Gegenzug die Ausführungen über Lebermetastasen, Wunsch-Zimmernachbarn und chemotherapiebedingte Hämorrhoiden anhören zu müssen. Noch bevor ich meine Wahl treffen kann, habe ich die Aufmerksamkeit aller bereits wieder verloren und möchte mir am liebsten die Ohren abschneiden.
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Verfasst von Wundertüte
18. Mai 2008
Dark clouds
whispering spiteful echoes.
No
Beauty
Lukewarm drops
watering the Indian paintbrush.
Yes,
Beauty lies
Feel the vivid rain
and scent the Indian’s odor.
It is true:
Beauty lies within.
Nonetheless
tears join the water under the bridge.
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Verfasst von Wundertüte
14. Mai 2008
Es ist unfassbar, dass ein Arzt es fertig bringt, einen Patienten, der dringend einen Therapieplan braucht, mehr als vier Wochen auf seinen Anruf warten zu lassen, das endlich zustande gekommene Gespräch mit einer Fehldiagnose zu beginnen, dann aufgrund kritischer Einwände erst während des Telefonats die Krankenakte aufzuschlagen und die korrekten Fakten zu lesen, dann alles vor einem Monat Besprochene zu widerrufen, einen für den darauffolgenden Montag zu einer stationären Aufnahme zu bestellen, Ort und Zeit erst nach doppeltem Nachfragen mitzuteilen und dann ohne ein weiteres Wort der Aufklärung das zwei minütige Telefonat zu beenden.
Es geht doch nicht um einen Schnupfen und ein Patient ist doch kein… Ding, VERDAMMT!
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